Zur Stellungnahme

Liebe Kolleg*innen,

Ziel des COVID-19 Survey ist es im Sinne eines „Quality Improvement of Clinical Care“ die für Deutschland verfügbaren Informationen möglichst schnell zu erfassen und bereit zu stellen. In diesem Sinne wenden wir uns heute an Sie.

Seit Ende April werden — nach einem Alert des NHS und der PICS im UK — Fälle von Kindern mit schweren Erkrankungen unter dem klinischen Bild u. a. eines Toxic-Shock-Syndroms, einer Sepsis, eines Makrophagenaktivierungssyndroms oder eines atypischen Kawasaki-Syndroms beschrieben, die im Zusammenhang mit einer bestätigten COVID-19 Erkrankung aufgetreten sind.

Das britische Royal College of Paediatrics and Child Health (RCPCH) hat das Krankheitsbild am 1.5.2020 als „Paediatric multisystem inflammatory syndrome temporally associated with COVID-19“ bezeichnet und Empfehlungen zur Falldefinition, Diagnostik, Therapie und Nachverfolgung herausgegeben.

Wir möchten Sie für dieses Krankheitsbild sensibilisieren und Sie dazu aufrufen, auf das Auftreten auf diese Fälle mit schwerer inflammatorischer Systemerkrankung (ohne im Vordergrund stehender Lungenbeteiligung) besonders zu achten.

Auch gibt es ein übergeordnetes Interesse durch das Robert Koch-Institut und die europäischen Behörden, rasch mehr Informationen zu diesem Krankheitsbild zu gewinnen. Daher bitten wir Sie um folgendes:

  • Wenn Sie einen Patienten mit einem passenden klinischen Bild melden, geben Sie bitte bereits in der Aufnahmemeldung im Freitext möglichst viele der Ihnen zur Verfügung stehenden Informationen an
  • Senden Sie updates an covid19-survey@dgpi.de unter Nennung der Fallnummer der Aufnahmemeldung, wenn ein Patient im Laufe des stationären Aufenthaltes ein entsprechendes klinisches Bild entwickelt.
  • Melden Sie Patienten mit passendem klinischen Bild ohne SARS-CoV-2 Nachweis analog an covid19-survey@dgpi.de.

Wir werden dazu umgehend mit dem RKI kommunizieren.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr COVID-19 Survey Team

Dr. Jakob Armann, Dresden
Prof. Dr. Reinhard Berner, Dresden
Prof. Dr. Markus Hufnagel, Freiburg
Prof. Dr. Arne Simon, Homburg